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Neues Jahr: Raus aus der Besinnlichkeit rein in den Alltagsstress?!

Das neue Jahr beginnt, die schöne besinnliche Zeit ist zu Ende und alles ist wieder beim Alten? Oder war die besinnliche Zeit im Dezember nicht so besonders, wie du es dir in deiner Vorstellung ausgemalt hast? In diesem Artikel soll es genau darum gehen, um Besinnlichkeit. Was soll das überhaupt bedeuten, warum wird es vor allem mit der Weihnachtszeit verbunden und insbesondere: geht das auch anders? Vorsicht Spoiler: Ja, das geht und ich werde auch meine persönlichen Tipps geben! Dann heißt es Besinnlichkeit statt Alltagsstress und das nicht nur einmal im Jahr.

Damit du deine knappe Zeit auch für das Wesentliche einsetzen kannst, findest du meine Kapitel, zu denen du springen kannst 🙂 – auch wenn ich dir empfehle durchzuatmen und alles in Ruhe zu lesen:

Was bedeutet Besinnlichkeit überhaupt?

Laut Duden bedeutet BESINNLICHKEIT „etwas besinnlich Wirkendes“ oder auch „besinnlich sein“. Als Synonyme werden Gelassenheit, Abgeklärtheit, Ausgeglichenheit und Bedächtigkeit vorgeschlagen. Den Wunsch für einen solchen Zustand ersehnen sich viele Menschen. Oder auch auf das Besinnen von Dingen die glücklich machen. Für mich persönlich schwingt bei Besinnlichkeit auch die Sinnlichkeit mit, also mit den Sinnen wahrnehmen.

Im "Hier und Jetzt" sein, Symbolbild vom menschenleerem Strand und blauen Himmel

Warum liegt der Fokus der Gesellschaft für Besinnlichkeit auf der Weihnachtszeit?

Weihnachtszeit – Zeit der Besinnung

Die „Zeit“ für Besinnlichkeit wird immer wieder in die Weihnachtszeit verortet. Warum ist das eigentlich so? Ich kann es einerseits sehr gut verstehen. Der Winter ist häufig die Zeit des Rückzugs. Die Tage werden kürzer, es wird kälter und viele bleiben eher daheim. Kaum eine Zeit ist traditionell so sehr geprägt durch eine bestimmten Gemütlichkeit – auch wenn es vielfach nur eine romantisierte Vorstellung ist. Es gibt viele saisonale Lieder, vermehrt Kerzenlicht, selbstgebackene Kekse und meistens ebenso eine weihnachtliche Dekoration.

Tannenbaum, Weihnachtsmusik und Kerzen, all das gehört zur besinnlichen Zeit.

So schön das auch ist, sich in einer bestimmten Zeit im Jahr zu Besinnen, ist es gleichzeitig fragwürdig dies auf einen Zeitraum zu begrenzen, findest du nicht auch? Das bedeutet nämlich, dass in der restlichen Zeit des Jahres diese Gelassenheit ausgeklammert wird oder zumindest so reduziert wird, dass sich die meisten Menschen nach einer besonders besinnlichen Zeit sehnen. Das stellt sich für mich die Frage: Für wen oder was ist es gut, dass Besinnlichkeit – um zu erinnern, auch ersetzbar durch: Gelassenheit, Abgeklärtheit, Ausgeglichenheit, Bedächtigkeit – keine Priorität hat?

Hat Besinnlichkeit eine saisonale Ablaufzeit?

Diese Frage schwebte mir in der letzten Adventszeit immer wieder durch meinen Kopf. Zum einen, weil ich viele Menschen erlebt habe, welche in dieser, so besonderen Zeit, sehr gestresst waren (vermutlich auch wegen des eigenen hohen Anspruchs an diese Zeit). Einige Menschen haben ein solches Stresslevel, dass es ihnen schwerfällt weniger zu machen und im Dezember sind die Erwartungen dann noch einmal hochgeschraubt. Gleichzeitig kommen viele To Dos dazu, um diesen Zauber für sich und die Familie zu entfachen.

Ablaufzeit: 1 Monat

Zum anderen, weil ich finde, dass Besinnlichkeit keine saisonale Angelegenheit sein sollte. Für mich ist es eine Grundlage für ein Leben in Leichtigkeit. Denn wenn wir uns besinnen und eine Art Innenschau vornehmen, dann können wir entdecken, was unsere Wünsche, Träume, Bedürfnisse und Grenzen sind. Wir können schauen, was gut gelaufen ist und was uns eher Bauchschmerzen macht. Hier kommen übrigens auch die Sinne ins Spiel. Für mich steckt in besinnlich auch SINNLICH. Mit unserem wundervollen Körper spüren wir meist sehr genau, was gut für uns ist und was nicht. Wovon bekommen wir Bauchschmerzen, was sitzt uns im Nacken usw. Das geht natürlich auch anders herum: Was lässt unser Herz hüpfen oder Schmetterlinge im Bauch oder uns leicht, wie eine Feder fühlen? Unser Körper ist ein guter Seismograph für unsere Werte und Grenzen – auch wenn die Signale nicht immer von Menschen erhört werden.

Egal, was bei unserer Innenschau herauskommt: Wir sind genug! Immer!

Du bist genug! Besinnlichkeit statt Alltagsstress (Text mit Herz)
You are enough mit Herz

Geht das auch anders? Besinnlichkeit statt Alltagsstress!

Zum Selbst ohne Filter durch Besinnlichkeit

Ja, auf jeden Fall. Ich weiß, die Welt in der wir leben ist schnell. Die Wirtschaft funktioniert unter der Maxime: Höher, schneller, weiter. Das nehmen wir quasi mit der Muttermilch auf und setzen es ebenso um. Ganz nach dem Motto: Wenn ich nichts mache, nichts schaffe, dann bin ich nicht genug. Dabei ist genau das der Schlüssel. Einen Gang runterschalten, sich besinnen – ja, da haben wir das Wort wieder – und zwar auf den eigenen Kern:

  • Was macht mich aus?
  • Was ist für mich wichtig?
  • Welche Werte habe ich?
  • Welche Wünsche schlummern in mir?
  • Welche Träume ersehne ich?
Werte - Träume - Wünsche_ Besinnlichkeit statt Alltagsstress (Symbolbild)

Einordnung der Welt durch soziales Lernen

Viele Positionen werden eingenommen und Dinge werden umgesetzt, weil wir es so gewohnt sind. Weil es uns so vorgemacht wurde. Kinder lernen viel durch soziales Lernen (Soziales Lernen nach Bandura: https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkognitive_Lerntheorie). Das heißt, dass Kinder ein Verhalten immer wieder sehen und es übernehmen. Sie sehen wie Menschen sich als Mutter/Vater, Frau/Mann, Arbeitnehmer:in, Freund:in etc. verhalten. Was getan werden muss und was zu wissen ist usw. Welches Verhalten übernommen wird ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Diese sind die Persönlichkeitsmerkmale des Modells, des Lernenden und deren Beziehung zueinander sowie der Kontext der Situation. Es ist ganz normal, dass vieles übernommen wird, denn unsere Welt ist komplex. Je nachdem, in welchem sozialen Umfeld ein Kind aufwächst, wird es ggf. andere Verhaltensweisen, Urteile übernehmen.

Die Welt ist komplex

Da die Welt so komplex ist und es so viele Informationen gibt, sind Menschen darauf angewiesen sich die Welt zu strukturieren und zu vereinfachen. Denn so müssen wir nicht bei jeder Entscheidung wieder bei null beginnen. Diese Struktur und Vereinfachung beginnen schon sehr früh, durch die Übernahme von Gedanken und Urteilen aus unserem sozialen Umfeld. Bei der Einordnung vieler dieser grundlegenden Dinge waren wir nur so jung, dass wir gar nicht wahrgenommen haben, dass es weitere Möglichkeit gibt. Jetzt haben wir die Chance bewusst die Gedanken und Urteile anzuschauen und uns ggf. anders zu entscheiden. Wir können auch alles auf den Kopf stellen. Müssen wir aber natürlich nicht 🙂

Wenn sich negative Gefühle, Gedanken, Situationen etc. wiederholen, vielleicht könnte dann alles auf den Kopf gestellt werden? (Symbolbild)

Besinnlichkeit statt Alltagsstress

Es lohnt sich nach innen zu schauen und die Gedanken auf den Kopf zu stellen. Insbesondere, wenn wir immer wieder mit ähnlichen Situationen, Gedanken, Streitereien, heftigen Gefühlen konfrontiert werden und unsere Gedanken uns auf eine Art einschränken oder das Leben schwer machen. Vielleicht passen eingie übernommenen Gedanken gar nicht zu unserem Selbst und „sabotieren“ unser Leben?

Tipps für eine Umsetzung in den Alltag: BeSINNlichkeit statt Alltagsstress

Nervensystem – Sinnlichkeit

Je höher das eigene Stresslevel ist, desto wichtiger ist es auf körperlichen Ebene anzufangen und das Nervensystem zu beruhigen. Denn ein Nervensystem, was nicht ausbalanciert ist, das lässt uns nicht klar denken und zu guten Lösungen kommen. Es werden keine Optionen gesehen. Stress hat auf körperlicher Ebene einen Einfluss. Je nachdem, ob es sich um kurzfristige Stressspitzen handelt oder um eine dauerhafte Überforderung, können unterschiedliche Methoden helfen.

Ausbalanciertes Nervensystem

Ganz allgemein gilt, dass ein ausbalanciertes Nervensystem dein Freund:in ist. Daher ist es ratsam sich um „sie“ zu kümmern. Es gibt ganz unterschiedliche Methoden dies in Balance zu bringen. Diese sind natürlich ganz individuell. Manche Menschen entspannen in der Natur am besten, andere treiben gerne Sport, weitere lieben Meditation, Malerei, Atemübungen, fetzige Tanzeinlagen durch die gesamte Wohnung. Es geht vor allem darum, achtsam im Hier und Jetzt zu sein!

Stressspitzen „Frau“ werden

Auch wenn ein Mensch im Generellen auf sich achtet und das Nervensystem in der Regel ausgeglichen ist, kann es selbstverständlich vorkommen, dass etwas passiert, was das Stresslevel in die Höhe schnellen lässt. Dann gibt es verschiedene kleine Übungen, welche das Nervensystem schnell regulieren können.

Links zu Übungen – Stressregulation

Zum Beispiel:

Pfeil zu den Links zu Übungen für die Regulation des Nervensystems.

Gedanken – Besinnlichkeit

Neben der körperlichen Ebene kann auch auf gedanklicher Ebene angesetzt werden. Eine Innenschau kann so heilsam sein. Denn ich bin mir sicher, dass nicht alle To Dos auf den langen Liste, wirklich in der Art und Weise ausgeführt werden müssten oder überhaupt darauf Platz finden würden, wie es die „Listeninhaber:in“ aktuell denkt. Sobald sie mit sich verbunden ist – damit meine ich:

  • dass sie ihre eigenen Werte kennt,
  • viele ihrer übernommen Glaubenssätze (Gedanken und Urteile über sich selbst und die Welt) aufgedeckt hat, welche sie einschränken,
  • sie sich annimmt, so wie sie ist
  • und all ihre Gefühle gefühlt werden können,

können einige Aufgaben ersatzlos gestrichen werden und andere abgeändert. Durch Besinnlichkeit auf den eigenen Kern, wird ein Bewusstsein geschaffen und Klarheit kommt auf.

Durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken und Urteilen und damit einhergehend mit dem Aufdecken, dass sich „fremde“ Auffassungen dazu gemischt haben, wird Klarheit und damit Leichtigkeit und Freiheit gewonnen. Indem die eigenen Werte, die Grenzen, die inneren Antreibern bewusst sind, werden Entscheidungen schneller getroffen. Und zwar, die zum Selbst passen und sich somit leicht und stimmig anfühlen.

Damit sage ich nicht, dass dann immer alles leicht ist. Gleichzeit ist es viel leichter mit einer klaren Haltung Entscheidungen zu treffen und wenn es Gegenwind gibt auch standzuhalten. Auch das ist Übungssache und es fühlt sich gut an, für sich einzustehen, auch wenn die Gesellschaft vielleicht einen anderen Konsens vertritt. Es ist lohnend für dich und für dein Umfeld! Du bist es wert, dein Leben zu leben und das in Leichtigkeit.

Du möchtest Besinnlichkeit statt Alltagsstress mit etwas Unterstützung?

Wenn du dich auf deinen Weg machen möchtest, durch Besinnlichkeit aus dem Alltagsstress zu kommen und das nicht allein, biete ich 1:1 Coachings an „Zum Selbst ohne Filter“: https://annikaherzog.de/zumselbstohnefilter/

Annika Herzog - Begleiterin für Ent-wicklungen

Als online Kurs in einer Kleingruppe, biete ich in unregelmäßigen Abständen „Weil ich kein Hamster bin“ an. Hier erhältst du weitere Informationen: https://annikaherzog.de/weildukeinhamsterbist/

Vom Hamster zum Mensch.

Für mich ist Besinnlichkeit ein Zusammenspiel beider Ebenen. Es hängt miteinander zusammen und fühlt sich leicht und stimmig an, wenn es Hand in Hand geht. Dann sage ich Alltagsstress: Adé!

Sonnige Grüße

Annika